Große Literatur? Nein, bei Weitem nicht, aber ein kurzweiliger, amüsanter Roman für den Urlaub. Die erstaunliche Lebensgeschichte eines Greises, der an seinem 100. Geburtstag vor den offiziellen Ehrungen flieht und nicht nur verrückte Abenteuer erlebt, sondern auch neue Freunde findet. Die Rückblicke auf sein langes Leben erinnern an Forrest Gump: immer wenn große politische Ereignisse die Welt bewegen, ist der Alte darin verwickelt. Die letzten 100 Jahre Weltgeschichte wären anders verlaufen, wäre Allan Karllson nicht immer dabei gewesen! Und das, obwohl er sich überhaupt nicht für Politik interessiert.
Auf seiner Flucht vor den Geburtstagsfeierlichkeiten gerät der Alte in eine atemberaubende Gaunergeschichte, in der es auch an Mord und Totschlag nicht fehlt. Nicht nur das: eine Elefantendame, eine Rockerbande, ein ungleiches Bruderpaar und eine unterbelichtete indonesische Diplomatenwitwe gehören zu einem Reigen skurriler Romanfiguren, die das (wohl) letzte große Abenteuer mit dem Alten bestehen.
Resumee: Buch zum Schmunzeln mit großem Spaßfaktor! Sehr empfehlenswert.
Freitag, 13. Juli 2012
Mittwoch, 18. April 2012
Gerade gelesen ....
In den vergangenen Monaten habe ich einige Bücher entdeckt, die auf jeden Fall lesenswert sind. Besonders zu erwähnen ist "Rabenliebe" von Peter Wawerzinek. Der Titel spielt auf den Begriff "Rabenmutter" an, denn der Autor wurde als Kleinkind von der eigenen Mutter in ein Heim gegeben. Fortan wächst er ohne Mutterliebe auf und sein Heranwachsen ist von dem Gefühl eines Verlustes und vom Fehlen einer Vorstellung, was Mutterliebe eigentlich ist, geprägt. Für Mutterbesitzer sind die Gefühle und das Erleben des mutterlosen Kindes eine interessante Reise in eine fremde Gefühlswelt. Daneben erfährt man ein wenig über das Leben in der DDR und die Sehnsucht nach Freiheit.
Für Liebhaber von Romanen, in denen Familiengeheimnisse eine große Rolle spielen, ist "Bumerang" von Tatiana de Rosnay zu empfehlen. Zwei Geschwister, die anlässlich eines Geburtstages ein Wochenende an der französischen Küste verbringen, an einem Ort, der in der glücklichen Kinderzeit, als die früh verstorbene Mutter noch lebte, von der Familie regelmäßig in den Sommeferien aufgesucht wurde. Die Erinnerung an die Mutter ist verblasst, aber der Aufenthalt fördert doch manches Erinnerungsbild zu Tage. Auf der Rückreise kommt es ohne äußeren Anlass zu einem tragischen Unfall. Die Aufklärung der Unfallursache führt zur Aufdeckung eines totgeschwiegenen Familiengeheimnisses, dass selbst nach vielen Jahrzehnten die Beziehung der Familienmitglieder zueinander nachhaltig verändert.
Zur Zeit lese ich "Die Kinder der Elefantenhüter". Ein skurilles Buch. Eine verrückte Geschichte, sprachlich anspruchsvoll, manchmal satirisch, manchmal unschuldig, manchmal philosophisch, immer ungewöhnlich. Ein Genuss!
Für Liebhaber von Romanen, in denen Familiengeheimnisse eine große Rolle spielen, ist "Bumerang" von Tatiana de Rosnay zu empfehlen. Zwei Geschwister, die anlässlich eines Geburtstages ein Wochenende an der französischen Küste verbringen, an einem Ort, der in der glücklichen Kinderzeit, als die früh verstorbene Mutter noch lebte, von der Familie regelmäßig in den Sommeferien aufgesucht wurde. Die Erinnerung an die Mutter ist verblasst, aber der Aufenthalt fördert doch manches Erinnerungsbild zu Tage. Auf der Rückreise kommt es ohne äußeren Anlass zu einem tragischen Unfall. Die Aufklärung der Unfallursache führt zur Aufdeckung eines totgeschwiegenen Familiengeheimnisses, dass selbst nach vielen Jahrzehnten die Beziehung der Familienmitglieder zueinander nachhaltig verändert.
Montag, 26. September 2011
Eine schöne Zeit ohne Bücher- geht das?

Solange ich lesen kann haben Bücher mir viel bedeutet und freie Zeit ohne ein Buch in der Hand konnte ich mir kaum vorstellen. In jedem Urlaub waren Bücher meine ständigen Begleiter, ob in Dänemark, Schweden, England, Österreich, Italien, Polen, USA ...... ohne Buchbegleiter wären die Urlaube nur halb so schön gewesen.
In diesem Jahr hat uns nun eine Einladung zur Hochzeit nach Südafrika geführt. In einer privaten Game Lodge und später auf einer Rundreise zum Indischen Ozean verbrachten wir eine wunderschöne Zeit in der Natur und bei der Beobachtung der Wildtiere dieses wunderschönen Kontinents. So beeindruckend waren die Schönheit der Tiere, die Leuchtkraft der Farben, das Gold der Sonne und die Diversität der Landschaft, das die mitgebrachten Bücher neu und unangetastet wieder den Weg nach Hause nahmen. Das ist noch nie vorgekommen und spricht Bände darüber, wie tief und nachhaltig dieses Land auf mich gewirkt hat. Eine echte Konkurrenz für meine geliebten Bücherfreunde!
Aber jetzt bin ich wieder daheim, der Alltag hat mich wieder und die Bücher auch! Willkommen zurück in meinem Leben!
Dienstag, 1. März 2011
The curious incident of the dog in the night-time
Wie nimmt ein Autist Alltagssituationen wahr? Wie kommt es zu Konflikten mit anderen Menschen? Warum ist es so schwer miteinander zu kommunizieren?
Das Jugendbuch "The curios incident of the dog in the night-time" von Mark Haddon (mit guten Schulenglischkenntnissen bestens zu verstehen) lässt den Leser teilhaben an den Ängsten, der anderen Wahrnehmung und den Missverständnissen eines autistischen Jugendlichen und seinen Bemühungen alles richtig zu machen. Meist gelingt ihm dieses nicht, weil die Erwartungen der Anderen von dem sensiblen und begabten Jungen ganz anders wahrgenommen werden, als die Mitmenschen sie gemeint haben.
Ein Buch das betroffen macht: nichts ist so eindeutig, wie es aussieht. Botschaften sind nicht so klar, wie man glaubt. Es gibt immer eine andere Seite. Reaktionen, die übertrieben und aggressiv erscheinen, erklären sich, wenn man durch die Brille des Anderen schaut. Und ganz nebenbei lernt man noch, dass mathematische Regeln sich spielend einfach erklären lassen ....... wenn man sie mit den Augen eines Autisten sieht!
Meine Empfehlung: dieses Buch ist ein Muss! Für Jugendliche und ganz besonders für Erwachsene.
Das Jugendbuch "The curios incident of the dog in the night-time" von Mark Haddon (mit guten Schulenglischkenntnissen bestens zu verstehen) lässt den Leser teilhaben an den Ängsten, der anderen Wahrnehmung und den Missverständnissen eines autistischen Jugendlichen und seinen Bemühungen alles richtig zu machen. Meist gelingt ihm dieses nicht, weil die Erwartungen der Anderen von dem sensiblen und begabten Jungen ganz anders wahrgenommen werden, als die Mitmenschen sie gemeint haben.
Ein Buch das betroffen macht: nichts ist so eindeutig, wie es aussieht. Botschaften sind nicht so klar, wie man glaubt. Es gibt immer eine andere Seite. Reaktionen, die übertrieben und aggressiv erscheinen, erklären sich, wenn man durch die Brille des Anderen schaut. Und ganz nebenbei lernt man noch, dass mathematische Regeln sich spielend einfach erklären lassen ....... wenn man sie mit den Augen eines Autisten sieht!
Meine Empfehlung: dieses Buch ist ein Muss! Für Jugendliche und ganz besonders für Erwachsene.
Samstag, 10. Juli 2010
Long time no hear ....
Whow, mehr als ein Jahr her, dass ich hier etwas gepostet habe. Und so viel erlebt in der Zwischenzeit! Obama kämpft mit der Wirklichkeit und gegen Windmühlenflügel, Deutschland hofft auf ein neues Sommermärchen, die Multikulti-Kickertruppe wird als Beispiel für den Erfolg gelungener Integration gefeiert, die Wirtschaft hat die Nation voll im Griff (vor kurzem hatte jemand am Reichstag die Worte "Dem Deutschen Volke" mit "Der Deutschen Wirtschaft" überschrieben: wie wahr!).
Stieg Larsson hat die Bücherregale und die Kinos posthum erobert (zu Recht!). Der alte Marcel meldet sich kaum noch zu Worte. Um die großen Alten der deutschen Literatur ist es ruhig geworden -Walser, Grass-. Und ich bin Großmutter geworden! Und Mitglied bei Facebook :-)) Was für eine Zeit.
Mein Highlight bezüglich Literatur: Ich habe T.C. Boyle bei einer Lesung erleben dürfen. Ein Hochgenuss, dieser Anti-Charakter, dieser Catweazle der Literatur!
Vielleicht wird mein Traum wahr, einen Literatursalon zu organisieren. Habe gestern (Nacht) literaturinteressierte Frauen getroffen, die an einem Austausch, Empfehlungen, gemeinsamen Lesen und Interpretieren interessiert sind. Wer weiss.......
Samstag, 17. Januar 2009
Obama for president ... so what?
Er hat es geschafft. Was viele erhofften und mindestens ebenso viele fürchteten: Barrack Obama wird am 20. Januar der 44. Präsident der USA. Nachdem ich meinen letzten Blog geschrieben hatte, nahm der Wahlkampf stetig an Fahrt zu und schloss mit einem triumphalen Sieg Obamas ab. Das Wichtigste: wir sind endlich von dem dümmsten Präsidenten befreit, den die USA -und damit leider auch wir- je erlebt haben und der uralt Gremlin McCain kann sich wieder auf seinen Ruhestand vorbereiten.
Mit seiner Siegesrede am Wahlabend hat Obama dann geschafft, was ich nicht geglaubt hätte. Eloquent, intelligent, kritisch, differenziert, inspirierend - mit einem Wort mitreißend hat er auch mich überzeugt, dass er der Richtige sein kann ein anderes, ein neues Amerika zu gestalten.
Aber auch der Gremlin hat etwas gezeigt, was für deutsche Politiker nicht denkbar ist. Keine Missgunst, kein Groll oder Neid, keine Behauptung "eigentlich bin ich der wahre Sieger" -nein. Ehrliche Enttäuschung aber auch die Aufforderung an die eigenen Parteigenossen nun den gewählten Präsidenten zu unterstützen. Und Obama nimmt in sein Regierungsteam bewährte Politiker der gegnerischen Partei auf.
Oh Koch, oh Ypsilanti oder wie immer ihr heißen möget: ihr seid Lichtjahre von solcher Größe entfernt.
Nun heißt es abwarten. Zunächst hoffen auf eine großartige Antrittsrede. Erste Schritte, das Erkennbarwerden eines Profils. Hoffen auf Beständigkeit und Aufrichtigkeit. Yes he can?!
Mit seiner Siegesrede am Wahlabend hat Obama dann geschafft, was ich nicht geglaubt hätte. Eloquent, intelligent, kritisch, differenziert, inspirierend - mit einem Wort mitreißend hat er auch mich überzeugt, dass er der Richtige sein kann ein anderes, ein neues Amerika zu gestalten.
Aber auch der Gremlin hat etwas gezeigt, was für deutsche Politiker nicht denkbar ist. Keine Missgunst, kein Groll oder Neid, keine Behauptung "eigentlich bin ich der wahre Sieger" -nein. Ehrliche Enttäuschung aber auch die Aufforderung an die eigenen Parteigenossen nun den gewählten Präsidenten zu unterstützen. Und Obama nimmt in sein Regierungsteam bewährte Politiker der gegnerischen Partei auf.
Oh Koch, oh Ypsilanti oder wie immer ihr heißen möget: ihr seid Lichtjahre von solcher Größe entfernt.
Nun heißt es abwarten. Zunächst hoffen auf eine großartige Antrittsrede. Erste Schritte, das Erkennbarwerden eines Profils. Hoffen auf Beständigkeit und Aufrichtigkeit. Yes he can?!
Mittwoch, 24. September 2008
PC´s im Kindergarten ... oh Graus!
Da kommentiert ein junger Mann in unserer Tageszeitung die Aussage eines erfahrenen Krimninalpsychologen, der zufolge dieser das Aufstellen von Computern in Kindergärten für kritisch hält. Und was sind seine Argumente? Das man heutzutage bei Bewerbungen und auf dem Arbeitsmarkt ohne Computerkenntnisse keine Chancen hat. Es kann doch noch nicht so lange her sein, dass dieser junge Mann bereits vergessen hat, dass man im zarten Alter von 2-6 in den Kindergarten geht. Selbst in Zeiten des schnellen Fortschritts und des Turboabiturs ist man im Kindergarten noch mindestens 10 Jahre von der Sorge um einen Arbeitsplatz entfernt. Glaubt da noch jemand an die alte Weisheit: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?
Wenn das so wäre, hätten wir in unserer schnellebigen Zeit mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Ich selbst bin nicht mit einem PC aufgewachsen. Erst mit ca. 35Jahren musste ich mich mit der neuen Technik befassen. Und bin heute, mit 53 Jahren, durchaus up-to-date. Ich habe als Kind noch den ganzen Tag im Freien spielen dürfen. Ich konnte meine Kräfte ausprobieren, durfte etwas wagen, klettern, balancieren, springen. War als Kind nicht übergewichtig und gesund. Hat der genannte junge Mann schon mal die Jugendlichen gesehen, die heute so viel vor dem PC sitzen? Übergewichtig, antriebslos, unsportlich ..... Wie soll das werden, wenn die nächste Generation schon mit 3-4 Jahren Abschied von der Bewegung, der Natur, dem menschlichen Lebensraum nimmt?
Wenn das so wäre, hätten wir in unserer schnellebigen Zeit mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Ich selbst bin nicht mit einem PC aufgewachsen. Erst mit ca. 35Jahren musste ich mich mit der neuen Technik befassen. Und bin heute, mit 53 Jahren, durchaus up-to-date. Ich habe als Kind noch den ganzen Tag im Freien spielen dürfen. Ich konnte meine Kräfte ausprobieren, durfte etwas wagen, klettern, balancieren, springen. War als Kind nicht übergewichtig und gesund. Hat der genannte junge Mann schon mal die Jugendlichen gesehen, die heute so viel vor dem PC sitzen? Übergewichtig, antriebslos, unsportlich ..... Wie soll das werden, wenn die nächste Generation schon mit 3-4 Jahren Abschied von der Bewegung, der Natur, dem menschlichen Lebensraum nimmt?
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